Phase3

Mit dem Wohnmobil unterwegs

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Home Reisetagebuch Südamerika 8) Paso de Icalma - Talampaya

Reiseabschnitt vom 24.12.2009 bis zum 21.02.2010

Start der Etappe in Paso de Icalma bis zur Ankunft in Talampaya.

 

25.12.2009

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Ohne Kultrun verlassen wir Chile. Die Grenzformalitäten sind rasch erledigt und bis zum Lago Alumine ist es nicht weit. Auch der argentinische Zoll ist in Feiertagslaune. Beim Formular zur Fahrzeugeinfuhr werde ich als autorisierte Person ebenso auf dem Formular eingetragen. Wir haben ausdrücklich darauf bestanden und so erscheint mein Name samt Passnummer. Alles wird abgestempelt und ich unterschreibe das Formular ebenfalls. Wenn Paul ausfällt und ich nicht auf diesem Einfuhrformular als autorisierte Person stehe, kann ich das Womo im Notfall nicht ausführen, also auch nicht verschiffen, um es, zum Beispiel, nach Europa zurückzubringen. 8 Monate darf das Womo im Land bleiben und wir, wie immer, 3 Monate. Der argentinische Beamte schaut kurz in die Kabine und winkt uns durch, bei Karin und Reinhold geht es genauso schnell. Es war völlig überflüssig alles leer zu futtern und den Rest des leckeren Kohlkopfs zu entsorgen!

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Eigentlich habe ich den Lago Alumine inmitten einer trockenen Landschaft erwartet. Es grünt aber und auf der Seeseite, dort, wo die Straße entlangführt gibt es alle touristischen Einrichtungen, die man glaubt, anbieten zu müssen. Ferienhäuser und Cabanas, Restaurants und Geschäfte, eine Tankstelle bieten ihre Dienste an. Ein Supermarkt ist geöffnet und wir müssen unsere Kühlschränke wieder füllen.

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Auf der Halbinsel, die in den See ragt, finden wir einen Platz direkt am See. Trotz der Weihnachtstage ist es ruhig. Die Menschen, die an den öffentlichen Strand kommen genießen wie wir die Sonne. Sonne – okay, die ist da, aber der Wind ist frisch. Während die Patagonierinnen ihre Bikinis ausführen, mummeln wir uns in lange Hosen und Jacken. Karin und Reinhold haben sich in unsere Reiseführer verliebt und finden noch viele Informationen für ihre späteren Reiseziele. Paul sitzt am PC und ich bummle entlang der hügeligen Küste und zwischen den Ferienhäusern. Ein bisschen wie an der Adria sieht es aus mit all den Inseln und Inselchen. Eine Segelyacht schaukelt im Wind.

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26.12.2009

Der Vulkan Copahue war nicht im Reiseplan. Wir haben Zeit und beschließen Karin und Reinhold dorthin zu begleiten. Treffpunkt ist die Laguna Caviahue in Caviahue. Jeder reist in seinem Tempo.

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Während des Frühstücks rollt der Müllwagen an. Zwei Männer springen vom Fahrzeug. Sie tragen Atemschutzfilter, die sie aussehen lassen, als kämen sie von einem anderen Stern. Das Wetter ist regnerisch. Der Lago Alumine ist heute grau in grau.

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Die Piste, die wir nach Caviahue nehmen, entschädigt uns für das diesige Wetter. Das Tal des Rio Litran überrascht uns mit wunderschöner Landschaft: Araukarien, heller Vulkanasche und dem grün gesäumten  Fluss.

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Die Piste ist großzügig angelegt, eine Mischung aus heller Vulkanasche und Sand.

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Die Landschaft ist dünn besiedelt, Weideflächen für Ziegen. Immer höher gelangen wir in die Berge. Auf 1780 m haben wir den höchsten Punkt erreicht.

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Hier oben sind die Araukarien verschwunden. Niedriger Bambus bedeckt über weite Flächen den Boden dazwischen lugt ab und zu eine gelbe Bergorchidee heraus.

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Veilchen?

Immer noch hängen Wolken in den Bergen und ab und zu nieselt es ein bisschen. Es ist wenig Verkehr und vorsichtig manövriert man aneinander vorbei, auch um Steinschlag zu vermeiden. Manche entgegenkommende PKW Fahrer hoffen  ihre Frontscheibe vor eventuellem Steinschlagschäden zu schützen, indem sie ihre Finger von innen an die Scheibe drücken. „Hilft das“? frage ich etwas ungläubig mein technisches Genie. „Glaube ich nicht“, meint es.

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In Pino Hachado gibt es wieder Asphalt. Die Hospedaje  „Aguila moro“, vor der wir parken, um unsere Reifen wieder asphaltfein zu machen, hat eine spektakuläre Kulisse: Hoch aufgetürmte Lava, auf deren Zacken Araukarien wachsen. „Probleme“? El Verde rollt auch ein. „Nein, nur Reifen aufblasen“. Kaffeepause machen wir miteinander.

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Ich hatte ganz vergessen, dass zu Patagonien und Argentinien Wind gehört. Der Himmel ist strahlend blau und der Wind schiebt uns sehr Sprit sparend immer weiter in eines der großen, trockenen Täler.

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Zartes Grün überzieht den sandigen Boden und dann ist er wieder da, dieser Blick in die Unendlichkeit.

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Entlang des Rio Agrio bis nach Loncopue. Ein kleines, properes Örtchen mit Tankstelle.

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Im Tal scheint ein Streit zu toben: „Si / No las Minas“ heißt die Parole, die man überall aufgepinselt sieht.

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Tolle Felsformationen. Und unerbittlich werden in den Nischen wieder die Heiligenhäuschen aufgebaut – meist mit wenig Geschmack. Zumindest ist San Sebastian zuständig für die Entsorgung von Boilern? Der Wind ist erbarmungslos und inzwischen findet sich wieder Sand in den Ohren. „Durch diese Scharte müssen wir sicher fahren“, mein Paul und deutet auf eine deutliche Einbuchtung in der Bergkette am Horizont. Wir nähern uns dem Tal des Rio  Hualcupen.

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In steilen Serpentinen geht es hinunter. Ein archaisches Tal.

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Himmelhoch türmen sich die Felswände. Ein altes Gletschertal, in dem Pferde weiden. Kleine Steinhäuser liegen weit verstreut, meist am Rand der grünen Weiden. Ein Gaucho treibt Pferde und eine Frau legt frische Wäsche über die Sträucher zum Trocknen. Gelegentlich kreuzen Ziegen die Straße. Ein Schild informiert uns:

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Immer noch „Mapucheland“.

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Karin und Reinhold sind schon da und wir parken am Strand. Eine Seite mit Seeblick, die andere Seite Baustelle eines neuen Hotels.

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Egal, was in unserem Reiseführer steht: Der Vulkan Copahue spiegelt sich  n i c h t  im klaren Wasser der Laguna Caviahue.

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Caviahue soll ein Wintersportzentrum werden – unübersehbar. Der ganze Ort ist eine Baustelle. Hier wird ausschließlich auf zahlende Gäste gesetzt: Hotels und Cabanas entstehen. In der Peripherie kleine, neue Wohnhäuschen.

Morgen fahren wir gemeinsam zum Geothermischen Feld und nach Copahue. Etwas früher als in den letzten Tagen schlüpfen wir unter die Decke. Wir sind alle müde.

Die Gute-Nacht-Geschichte: „Wie der Wind nach Patagonien kam“

„In dem Jahrhundert, als die Spanier den Kontinent eroberten waren sie ständig auf der Suche nach Gold. Die Menschen des Landes wurden deswegen verfolgt, gefoltert und getötet. Eines Tages verfolgten sie einen Medizinmann. Lange gelang es ihm immer wieder zu entkommen. Als ihm kein Ausweg mehr blieb, rief er den Wind um Hilfe. Aber vergeblich, der Wind war nicht schnell genug da und die Spanier töteten den Medizinmann. Sie warfen seine Leiche in eine der unzähligen Felsspalten der Berge. Seit jener Zeit sucht der Wind verzweifelt nach dem Medizinmann - vergeblich. Fast atemlos fegt er immer noch über das Land.“

 


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