Phase3

Mit dem Wohnmobil unterwegs

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Home Reisetagebuch Südamerika 4) Ushuaia - Esquel

Reiseabschnitt vom 19.12.2008 bis zum 06.03.2009

Start der Etappe in Ushuaia bis zur Ankunft in Esquel.

 

 

19.12.2008

So schnell sind wir nicht weggekommen. „Den Hafen und die Kreuzfahrtschiffe und die Ausflugkatamarane sollten wir schon noch anschauen", Paul lässt nicht locker. „Und die vielen Angebote für die eilig Reisenden", ergänzt er.

„Einverstanden, aber dann noch Supermarkt und Internet! Es gibt da Joghurt natur"!!!!!!!! Wir werden uns immer einig! Auf dem Parkplatz treffen wir dann einen Herrn aus Amerika, der sich in die Antarktis aufmacht, Anita und Andrej aus Dresden, mit denen wir schon e-Mailkontakt hatten und ein weiteres Ehepaar aus Friedrichshafen. Eine richtig nette Plauderrunde, hat nur noch Kaffee und Kuchen gefehlt. Ob man sich die Klimaveränderung auf einem Schiff in die Antarktis erklären lassen muss, weil die das so gut können? Ob sie da auch erfahren, dass die Pinguine immer weiter ins Meer hinaus müssen, um Futter zu finden, weil es fast nix mehr zu fressen gibt, alles leer gefischt ist? Auch an Hunger kann man sterben, nicht nur am Klima!

Andrej berichtet von seinen Erfahrungen mit den Tankstellen in Ushuaia. „Es gibt Tanksäulen für Einheimische und Ausländer. Erst mal hat man uns überhaupt nicht bedient und dann zur Ausländersäule geschickt. Da kostet das Diesel gut 1 Peso mehr pro Liter. Wir sind weggefahren. Eigentlich hatten wir volle Tanks", erzählt er. Auch er meint, dass das sehr interessant für die Internetseiten wird und die vielen Leser. Wir sind hier Ausländer, keine Gäste.

Dieses Land ist so groß, da findet man auch neppfreie Zonen. Wieder unterwegs nach Norden widerstanden wir „heldenhaft" dem Angebot „Ökotourismustour zu den Bibern" Was ist bitte an Bibern Öko? Das Fällen der Bäume ohne Motorsäge? Und auch den Besuch im Valle del Husky (jetzt: Valle del Lobo. Klingt einfach besser, gell?) haben wir geknickt. Ich brauche keine geführte Tour zu Wanderwegen und Schlittenhunden! Kann alleine laufen und gucken, bin nämlich schon groß!

Gegen Abend erreichen wir wieder den Lago Fagnano. Die Tour zu den Termas und den Aguas Blancs konnten wir wegen der Waldbrände auf unserem Weg nach Süden nicht machen. Es war alles gesperrt. „Sind wir nicht schon vorbei"? Paul wird unruhig und auch ich vergleiche immer wieder die Karte und achte auf Abzweigungen. „Es ist wahrscheinlich doch näher an Tolhuin, als wir in Erinnerung haben", meint er schließlich. „Da oben, da sieht es nach Abzweigung aus, mach mal langsamer". Es war die Abzweigung zu den Termas, aber immer noch gesperrt. „Ok, dann Aguas Blancas". Alles offen und wir erreichen einen großen Parkplatz direkt an einem schönen kleinen See. Hier kann jeder seinen Individualabstand beanspruchen und Paul meint: „Der Platz wäre für das Womo - Feuerlandtreffen geeignet". Unter den Bäumen entdecken wir zwei Toyota Pickups mit Aufbau und Augsburger Nummern. Die Begrüßung ist nicht gerade herzlich. Etwa folgenden Inhalts. „Wie komm ihr denn hierher. Nirgends ist man ungestört". Danke! Kurzer small talk und „Wir wollen noch zu Abendessen essen", beenden das Ganze. Kein Problem, war auch nett, euch zu treffen.

 

20.12.2008

9.00 Uhr. Zwei Pickups verlassen rasch ihren Platz unter den Bäumen am See und verschwinden um die nächste Kurve. Komische Typen!

Ich backe Ausstecherle und Lebkuchen. Das Gewürz habe ich von daheim mitgenommen, hat eine lange Reise hinter sich. Sam und Goh kommen und wir feiern hier draußen Sonnwendfest (oder Weihnachten, wenn euch das bekannter vorkommt). Denn ab dem 21.12. wandert die Sonne auf der südlichen Halbkugel wieder nach Norden, die Tage hier werden langsam kürzer werden und bei euch auf der Nordhalbkugel beginnen die Tage wieder länger zu werden. Jedenfalls auf der Nordhalbkugel ein guter Grund zu feiern!

Dann sind meine Haare dran. Paul überzeugt mich schon seit einer Weile vom idealen Kurzhaarschnitt, so wie früher, meint er. Du siehst so einfach 20 Jahre jünger aus und wir brauchen weniger Henna, es geht schneller….Hat ja recht. Also lasse ich meine „Haarpracht" bei den Aguas Blancas zurück.

Versuch unser Womo unten zu waschen. Idee: Wasserpumpe und langer argentinischer Wasserschlauch. „Eigentlich wollte ich, das Auto unten abspritzen, nicht sanft wässern", grübelt Paul mit Schlauch und Surfanzug für große Taten gerüstet, am See. „Ich denke, wir bleiben beim alten System. Holst du bitte den Eimer"? Auch das Dach und die Solaranlage hat er inspiziert. „Hier oben ist es kaum schmutzig. Das bin ich von Europa gar nicht gewöhnt. Und auch die schwarzen Streifen, die wir früher immer unterhalb der Gummis an den Fenstern hatten – nichts zu sehen. Das Regenwasser ist hier sauber und die Luft auch, sonst würde das anders aussehen, oder was meinst du". „Wäre eine Erklärung", nicke ich. Die Fettreste unseres Abendessens bekommen die Raubvögel, schön kleingeschnitten, auf einem Baumstamm serviert. Das war ein Fest! 8 Vögel sind schließlich zusammengekommen!

 


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