Phase3

Mit dem Wohnmobil unterwegs

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Reisetagebuch Südamerika 17) Bolivien - Nord Chile
Bolivien - Nord Chile

Reiseabschnitt vom 15.08.2011 bis zum 12.10.2011

Start der Etappe in Bolivien bis zur Ankunft in Nord Chile.

 

15.08.2011


Die Nacht beschert uns die Hunderudel. Um 2.00 Uhr begibt sich Paul auf Tour und schafft mit der Schleuder Ruhe.
Wir schlafen beide so schlecht, dass unser Plan, eine Tagestour mit dem Boot zur Sonneninsel zu machen in dem Moment stirbt, als der Wecker rasselt. Einfach noch mal rumdrehen - herrlich!




Die Strandpromenade ist heute Morgen menschenleer – aber sie waren da, die Zweibeiner – ohne Zweifel.




Und im Internetcafe treffen wir nochmals die Schweiz, diesmal Chrige und Weggu, die mit ihrem Dodge unterwegs sind und jetzt wissen wir auch, wo sich die anderen versteckt haben – im Hotel „Gloria“ stehen sie im Hof.
Wir besorgen uns für morgen früh Karten für eine Tagestour zur Sonneninsel, stiefeln auf den Kalvarienberg mit den 14 Leidensstationen hinauf und genießen den Rundblick auf den See.






Chicha für Pachamama




Blick auf Copacabana




hätte.




„Willkommen beim Heiligen Herz Jesu, bei dem ..Ob Ingrid es weiß, was es heißt?




Der Zauber war uns unklar. Jedenfalls sieht es hier oben wie auf einem Scheiterhaufen aus.




Jedes Steinchen ist eine Sünde, die man hier ablegt.




Nach soviel Mystik zurück zur Realität: PIZZA!




Heute gönnen wir uns eine Pizza in einem anderen Restaurant. Herrlich in der Sonne sitzend lassen wir es uns schmecken. Das Gros der Touristen kommt der Sprache nach aus englisch sprechenden Ländern, gefolgt von Frankreich und dem deutschsprachigen Raum.
Wir bleiben, wie gesagt, meist nicht Tage hintereinander am gleichen Fleck für die Nacht, also laufen wir auch im Hof des Hotels „Gloria“ ein. 3 € für die Nacht und nur parken – na, ja. Einziger Luxus ist ein Wasserschlauch und die Toiletten des Hotels dürfen wir nutzen und das Internet: „comoestas“ ist das Passwort, falls ihr in der Nähe steht und Zugriff wollt.
Die Post hat zu, aber es eilt nicht. Nach La Paz kommt man im Moment eh nicht durch – die Bolivianer haben die Straßen blockiert. Kennen wir schon von unserer ersten Reise. Wenn etwas durchgesetzt werden soll, wird blockiert, um der Sache Nachdruck zu verleihen.




Für Sonnenhungrige

Ein paar Informationen zu Copacabana. Der Ort bestand bereits in der Zeit der Chiripa (1500 – 600 vor), vor der Tiwanakukultur, Siedlungsreste aus der Inkaperiode Ende des 15. Jahrhunderts wurden ebenfalls gefunden. Tupak Yupanqui ließ die ansässige Bevölkerung umsiedeln. Copacabana, Sonnen- und Mondinsel wurden wichtige Zeremonialzentren. Übrig ist nicht viel, denn als die Spanier kamen, haben sie da gründlich mit dem „Aberglauben“ aufgeräumt um Platz zuschaffen für ihren eigenen „Aberglauben“.
Die Kathedrale entstand in der Zeit von 1610 – 1617.


 

16.08.2011




Ich hätte mich geärgert, wenn ich nicht hingefahren wäre! Zum Glück war Paul unnachgiebig und zum Glück haben wir die Ganztagestour gewählt. Aber der Reihe nach.
Um 8.15 Uhr sind wir da, die Ente auch, aber die schwimmt selber da rüber. Es müffelt am Hafen. Neben uns läuft Abwasser in den See.
Ganz simpel haben wir gestern eine Fahrt für 2 € pro Person gekauft – am Kiosk am Strand. Abfahrt 8.30 Uhr. Unsere Nachbarn wollten wandern und haben ein Boot privat gechartert für 45 €. Weil die Straße von La Paz hierher noch blockiert wird, fehlten die Gäste und wir fahren in einem anderen Boot mit. Wegen 4 Leuten auslaufen, wäre nicht sehr ökonomisch gewesen. Ob da irgendwo Rettungswesten an Bord sind – vermutlich nicht! Strahlend blauer Himmel, glatter See, etwas frisch, nette Mitfahrer auf Deck – der Tag beginnt perfekt.



Die Doris aus Österreich leistet uns Gesellschaft und ein junges Paar aus Argentinien. Der Mate kreist und Spanisch ist die Sprache des Morgens. Die Isla de la Luna wird generell nicht angefahren. Wer das möchte zahlt 60 €.







Was gibt es zu sehen? Zunächst einmal Landschaft! Und die ist phantastisch! Chantal meint: „Wie Griechenland!“ Doris meint: „Wie in der Adria!“ Wir sagen einfach: „Mittelmeer!“ Allerdings ist das Wasser recht frisch.



Strandleben

Archäologisch? Klar, da wird man auch versorgt. 1 € Eintritt für die Ruinen, die 2,5 km vom Hafen entfernt sind. Die Meisten bleiben am Strand hängen – echt, so einladend, so mittelmeerisch – Doris nimmt von ihrem Plan Abstand zur südlichen Anlegestelle zu Wandern (8 km) und relaxt am Strand.






15

So sind Terrassenfelder aufgebaut – ein Querschnitt




Wir sind Kultur beflissen und wandern zu den Ruinen.




Der sogenannte Opfertisch

Überreste sind ab 374 belegt (Tiwanaku). Um 1500 stieg der Wasserspiegel des Titicacasees und einiges in Küstennähe verschwand in den Fluten. Im 15. Jahrhundert besetzten die Inka die Sonneninsel und erklärten sie zur Insel ihrer Geburtsstätte. Der Felsen Titicala war in grauer Vorzeit das Haus der Sonne, bevor sie zum Himmel emporstieg. Sie schickte zwei ihrer Kinder Manco Capac, den ersten Inka und seine Frau Mama Ocllo zur Erde. So die Legende
Unweit dieser Stelle liegt Chincana. Unklar ist, welche Funktion die Gebäude hatten.




Die Inkatreppe führt zur einzigen Wasserversorgung auf der Insel. Geschäftstüchtig stürzen sich die Kassierer hier auf ankommende Gäste: 0,50 €, um die Treppe hinaufzusteigen! Ist nicht viel, aber echt, was soll das? Den Meisten ist nicht klar, wofür sie den Eintritt zahlen und sind der Meinung, es ist der Preis, um an Land zu gehen! Wir haben unsere Karten gleich an Neuankömmlinge weitergegeben.




Interessant wäre der botanische Garten gewesen. „Der ist privat“, meint eine der Frauen, die wir fragen. „Aber wozu stehen dann so große Schilder vor den einzelnen Beeten?“ fragt Doris noch mal nach und zu uns gewandt, „Das würde mich jetzt interessieren!“ Mich auch, aber es hat nicht sollen sein. Vielleicht habt ihr mehr Glück.




Im Süden ist der Palast Pilko Kaina eine Konstruktion, die 15 Räume enthält und zweistöckig angelegt ist. Früher gab es ein Satteldach und feinen Lehmverputz, außen gelb bemalt und innen rot. Das Gebäude wurde unter Tupac Amaru errichtet.




Postkartenschön!

Trekken kann man auf der Insel und wild campen scheint kein Problem zu sein. An beiden Häfen gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Um auf direktem Weg von Nord nach Süd zu wandern braucht man ungefähr 5 Stunden – schattenlos und bergauf, bergab. Die Informationen über die Möglichkeiten auf der Insel sind mehr als dürftig. Wanderkarten gibt es keine und Wegmarkierungen oder Hinweise auch nicht. Nur auf der Rückseite der Eintrittskarte ist ein Schema, das wir erst daheim entdeckt haben. Also haben wir auch nicht das kleine Goldmuseum auf der nördlichen Landspitze angeschaut. Ärgerlich!
Es hat schon angemacht, länger zu bleiben. Eine kleine alternative Szene scheint sich gerade zu entwickeln.




Unsere fleißigen Wanderer sind kurz nach uns eingetrudelt mit sonnendurchglühtem Gesicht. „Sehr anstrengend war es“, meint Chantal und zieht sich ins Bett zurück. Wir waren mit unserem Ausflug fast rundum zufrieden. Die Doris hat uns noch zum Hotel begleitet und sich Material für ihre Reise durch Peru mitgenommen.

Anmerkung: Bis heute fand ich den Titicacsee eher fad, aber jetzt, nach der Tour muss ich sagen: Die bolivianische Seite mit der Isla del Sol ist ganz herrlich! Empfehlung? Unbedingt machen! Vielleicht auch über Nacht?



 


Seite 1 von 19