Phase3

Mit dem Wohnmobil unterwegs

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Reiseabschnitt vom 27.09.2010 bis zum 14.12.2010

Start der Etappe in Uruguay bis zur Ankunft in Concordia.

 

 

27.09.2010

„2 km sind es bis zur Grenze Uruguay“, verabschiedet uns der Tankwart. „Nicht viel los, wie es scheint“, bemerkt Paul, nachdem wir den Dicken abgestellt haben. Mit unseren Papieren bewaffnet machen wir uns auf den Weg, um unsere Stempel zu holen. Scheint alles recht locker zu sein. Ein Formular für die Einfuhr des Dicken muss erst kopiert werden. Anders als bei der Einreise nach Brasilien wird der Dicke nicht im PC erfasst. Das Formular ist sehr einfach gehalten. Draußen steht die Altherrenriege, die für die Kontrolle der Lebensmitteleinfuhr zuständig ist. Wir haben alles aufgefuttert und sehen der Sache gelassen entgegen. Die Herren sind aber eher an den Symbolen auf dem Womo interessiert und bei der Doppelacht fragt einer doch tatsächlich, ob das eine Swastika sei! Wir können ihn beruhigen! „Wir sollten noch Geld wechseln“, frage ich einen der Herren. „Banco Republica an der Plaza in Chuy, gleich wenn ihr reinkommt rechts. Die haben einen Bankautomaten“.

 

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Der Aufkleber am Eingang zur Bank: „Aufgrund der Resolution des Innenministeriums ist der Eintritt mit bedecktem Kopf und / oder Gesicht verboten (Hüte, Brillen, Tücher Helme etc.)“

Der Wechselkurs: 1€ für 26 Urug. Pesos. Wir kriegen nur große Scheine und beschließen gleich in der Bank zu wechseln. Nummer ziehen und Platz nehmen. Viele Stühle warten. An der Kasse haben zwei Angestellte alle Hände voll zu tun. An den anderen Schaltern langweilt man sich. 15 min gewartet, gewechselt in 15 sec. Die Geldscheinbündel machen Probleme: Sie passen nicht in den Geldbeutel.

Jetzt könnten wir einkaufen, aber da ist ja noch die Lebensmittelkontrolle, also kein Einkauf. An der Grenzestelle werden wir wider erwarten einfach freundlich durchgewinkt!

 

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Es gibt breite Straßen, einmal sogar in Flugpistenformat und wenig Verkehr. Martin hat uns mit Informationen versorgt und Paul hat sie auf der Straßenkarte markiert. „Fortaleza Santa Teresa, direkt an der Straße“, informiere ich ihn.

 

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Vor uns eine Festungsanlage von 1762, leider geschlossen, aber der Parkplatz davor ist perfekt.

 

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Wir machen einen Abendspaziergang drum herum und spicken durchs Schlüsselloch des Tores.

 

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Die Laguna Negra schimmert silbern im Abendlicht.

 

 

 

28.09.2010

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Der Eintritt in den Nationalpark Santa Teresa ist gratis. Aber: Für Camping im Park muss bezahlt werden und in diesem Moment kostet auch das Womo was, einmalig, aber das sagt einem niemand und es ist auch im ganzen Infomaterial nirgends vermerkt. Aber der Reihe nach!

Es ist wirklich ein schöner Park! Die Armee ist für die Instandhaltung zuständig. Martin erzählte uns, dass das für alle Parks in Uruguay so organisiert ist. Wir werden registriert, als wir hineinfahren. Bei der Touristinfo holen wir Infos, die uns alles mögliche über nähere und fernere Sehenswürdigkeiten erzählen, aber wie gesagt nichts über die Campingplatzgebühren und auch nichts über den Park.

Wir reden Down Under Englisch mit einem netten Geschäftsmann, der sein Projekt erfolgreich unter Dach und Fach hat und die restlichen Tage bis zum Heimflug mit Besichtigungstouren verbringt. Irgendwas mit Vögeln (den Gefiederten!), aber so richtig verstanden haben wir es nicht. „Seid ihr schon in Montevideo gewesen“? fragt er uns. Wir verneinen. „Es ist so schmutzig! Kaum zu glauben, dass die Einwanderer aus Europa gekommen sind“! Er erzählt von seiner Tochter, die gerade durch Europa tourt. „Und das hier ist wie in Australien“, meint er mit weit ausholender Geste, „aber wir haben mehr Bewegungsfreiheit“, fügt er hinzu. „Sie waren noch nicht in Brasilien! Hier ist es himmlisch“, entgegne ich. Er zieht die Augenbrauen hoch und schaut skeptisch.

 

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Der Himmel ist trübe. Bevor wir uns auf Stellplatzsuche im Park machen, besuchen wir das Gewächshaus. Es gibt Bromelien, Palmen und ein schäkerndes Papageienpärchen dazu klassische Musik - eine wunderbare Atmosphäre!

 

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Wir stromern weiter. Über verschlungene Wege finden wir

 

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ein Schattenhaus für die Schatten liebenden Pflanzen, einen kleinen See mit Vogelbeobachtungsstand und ein winziges Museum.

Interessant ist eine Karte über die ersten Importe von Rindern: Bereits 1505 kamen die ersten Tiere auf die Antillen. Etwas später wurden 200 Tiere nach Kolumbien und Peru gebracht. 1530 wurde erneut Vieh eingeführt, diesmal nach Venezuela, 1552 nach Bolivien, 1555 nach Paraguay. Rinder in Südamerika haben also eine lange Tradition.

 

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Ich vermute mal, die kleinen braun-weißen Tiere mit dem puscheligen Fell und der hellen „Mähne“ sind die Nachfahren dieser Einwanderer.

 

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Auf geteerten Wegen geht’s durch den Park, vorbei an Ferienhäusern für jeden Geldbeutel. Strand, Dünen und Felsen gibt es endlos. Schade, dass die Strände so ungepflegt sind (Müll).

Irgendwann parken wir auf einer Art Campingplatz. Wirklich schön ist es woanders, aber es gibt Strom. Soldaten fahren Kontrolle und sehen es nicht gern, wenn man sich einen anderen Platz zum Parken nimmt. Um uns herum wird gearbeitet, Bäume werden ausgeschnitten, Straßen geteert.

 

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Bis 35 m hoch sind die Washingtonia Palmen

 

 

 


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