Start der Etappe in Brasilien bis zur Ankunft in Uruguay.
Reiseabschnitt vom 29.07.2010 bis zum 27.09.2010Start der Etappe in Brasilien bis zur Ankunft in Uruguay.
29.07.2010Brasilien und Teerstraße! Zurück im Leben! Lebensmittelkontrolle und die Typen sprechen echt nur portugiesisch! Zunächst bekommt der Dicke eine Katzenwäsche mit irgendeinem Desinfektionsmittel und dann dürfen wir mal studieren, was alles nicht ins Land darf. „Mandarinen – ich habe noch Mandarinen“. Die Männer kommen mit bis zur Kabinentür und warten brav auf die Ablieferung der Mandarinen. Ich glaube es nicht, aber das war es wirklich! „Möchten sie innen kontrollieren?“ Frage ich noch mal. „Nein, das war’s“! Wir fahren ein Stückchen weiter und verbringen die Nacht in Sichtweite der Kontrollstation. Bis zur Dunkelheit können wir beobachten, dass wirklich kontrolliert wird. Warum es bei uns so locker war, ist uns ein Rätsel.
Wir gleiten über Asphalt – der Blick kann wieder in die Landschaft schweifen.
Auch diese Seite der Grenze ist geprägt von Großgrundbesitz und Rindern. Das Abbrennen der Weideflächen ist auch hier eine übliche Methode. Gelegentlich sieht man ein Stückchen Urzustand. Riesige Heuschrecken klatschen an das Fahrerhaus. Hat eine Weile gebraucht, bis wir die Flieger einsortieren konnten.
Brasilien kontrolliert auch ganz gerne wenn man schon längst im Land ist! Also Pässe griffbereit halten, oder zwischendurch mal auf die Waage fahren. Kurz vor Caceres muss Paul sogar ins Röhrchen pusten!
Caceres ist überschaubar. Eine große Brücke überspannt den Rio Paraguai.
Zunächst müsst ihr zur Migracion Policia Federal und euch den Stempel in den Pass holen. GPS Daten: S 16°05’10,6 und W 57°40’32,8.
Dann ist euer fahrbarer Untersatz dran bei der Receita Federal (Aduana). GPS Daten: S 16°04’20,2 und W 57°41’12,4. Ausgeschildert ist nix! Nochmals „Danke“ an Markus und Sonja, die uns mit den Daten versorgt haben! Hat hervorragend geklappt. Trotz einer gewissen Sprachlosigkeit sind wir sogar mit dem Bankautomaten zurecht gekommen. Dann ins Internetcafe, natürlich angenehm herunter gekühlt: Eine Stunde 2 Reales. Wechselkurs sind: 1€ sind gerade 2,38 Reales.
Noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann nix wie raus aus der Stadt. Wir sind unterwegs ins Pantanal.
30.07.2010
Die LKWs fahren die ganze Nacht. Entlang der Straße gibt es immer wieder Möglichkeiten über Nacht zu parken.
Irgendwo da liegt das Pantanal. Viehzucht wird abgelöst von Zuckerrohr.
Hier wird aus Zuckerrohr Alkohol gewonnen. „Bioalkohol“ als umweltfreundlicher Treibstoff, aber vorher werden die Wälder abgefackelt – Bio?
Zweite Einnahmequelle der Grundbesitzer sind Touristen, die die Natur im Pantanal erleben wollen. Total schicke Anlagen gibt es.
Pocone ist kein Kaff mehr! Ein properes kleines Städtchen. Wir beehren die Touristinfo, die nur Hotelprospekte verteilt, aber sonst mit nichts dienen kann. Sprache: Ausschließlich Portugiesisch.
2 Kilometer gibt es noch Teer und dann beginnt die Transpantaneira – bekannt als Piste mit den berüchtigten Holzbrücken. Bei Kilometer 17 biegen wir ab und steuern eine Pousada an – Landgut mit Hotel und Camping. Für den Stellplatz und den Nichtgebrauch der angebotenen Einrichtungen, wie Küche, Kühlschrank, WC, Dusche möchte der Besitzer 50 Reales von uns beiden pro Nacht. Das sind etwa 21 €. Es ist sehr schön hier, aber 21 € nur fürs parken und gelegentlich im Poolchen eintauchen sind dann doch etwas happig. Er lässt sich noch auf 17€ runterhandeln.
Wir klettern auf den Aussichtsturm und da fliegen sie vorbei: Zwei Hyazintharas!
Danach genießen wir „unser“ Poolchen und dinieren bei Kerzenschein.
Traumhaft der Sonnenuntergang und die riesigen Fledermäuse, die um den großen Lichtmast vorn am Hotel jagen: 30 cm Flügelspannweite sind ganz ordentlich. Entspannt hocken wir moskitosicher im Womo. In der Wiese blinken Glühwürmer – Würmchen kann man wahrscheinlich nicht dazu sagen, die Viecher müssen eine ordentliche Lichtanlage am Hinterteil haben.
Ein Mandarinenmond kommt über den Horizont.
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